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Die Zahl des Tages
95 %
der befragten Wärmepumpen-Besitzer im Gebäudebestand sind zufrieden oder sehr zufrieden
Das zeigt eine Umfrage von Öko-Institut, ifeu und co2online im Projekt „Wärmepumpe? Kann ich!“ unter Eigentümern von Ein- und Zweifamilienhäusern. Mehr als 70 Prozent erwarten, dass sich die Wärmepumpe langfristig rechnet. Bei den Hürden nennen rund 80 Prozent die Anschaffungskosten, mehr als die Hälfte hält die Förderbedingungen für unsicher. Rund die Hälfte nimmt zudem fälschlich an, ältere Häuser müssten vorher vollständig saniert werden.
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| 👍 Highlight |
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Im VGP Park in Vila Nova de Gaia südlich von Porto hat Nucera eine Halle mit mehr als 7.500 Quadratmetern angemietet. Investiert werden 10 bis 14 Millionen Euro, rund 3,7 Millionen davon trägt die portugiesische Regierung. Der Hallenbau beginnt im Winter 2026, die Zellmontage für alkalische Elektrolyseure startet 2028, als erstes Projekt ist das Vorhaben „Onuba“ von Moeve vorgesehen. Bisher wurden die Zellen dezentral und weitgehend manuell in Werkstätten von Kunden montiert. Die Serienfertigung soll Kapazität und Durchlaufzeiten verbessern, was die Lieferkette für europäische Wasserstoffprojekte planbarer machen könnte.
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| 👎 Lowlight |
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Ein Sprecher bestätigte, dass E.ON das Geschäft der Tochter beendet. Nach Gesprächen mit Investoren und Kaufinteressenten habe sich keine tragfähige Perspektive ergeben, genannt werden ein herausforderndes Marktumfeld und strategische Prioritäten. Evailable hatte eine KI-Software entwickelt, die die tatsächliche Verfügbarkeit von Ladesäulen misst und Ausfälle bis zu eine Woche im Voraus vorhersagt. Angaben zu Beschäftigten und Kunden macht das Unternehmen nicht. Nach der Insolvenz der Tochter Elvah im März ist es der zweite Rückzug von E.ON aus dem Software-Umfeld der Ladeinfrastruktur.
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| 👎 Lowlight |
3 Min. Lesezeit |
EEW Special Pipe Constructions fertigt im Rostocker Überseehafen Fundamentpfähle für Offshore-Windparks. Als Gründe für den Abbau nennt der Bericht eine bis 2028 erwartete geringe Auslastung, Konkurrenz aus China und gestiegene Kosten für Material, Personal und Finanzierung. In diesem Jahr wurden zudem keine neuen Offshore-Flächen ausgeschrieben. Die geplante Erweiterung des Werks um bis zu 40 Hektar bis 2028 ist damit offen. Karina Würtz von der Stiftung Offshore-Windenergie sagt: „Der Offshore-Windenergie-Branche geht es zurzeit sehr schlecht.“
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In der Anhörung am 5. Oktober äußerten Vertreter der Erneuerbaren-Branche, von DIHK, DGB und kommunalen Spitzenverbänden erneut deutliche Kritik. Thorsten Müller von der Stiftung Umweltenergierecht warnte vor einer Förderlücke: Die beihilferechtliche Genehmigung für das EEG 2023 läuft am 31. Dezember 2026 aus. Die zweite und dritte Lesung war für Mitte Oktober geplant, die SPD und Teile der Union lehnen die Entwürfe jedoch ab. Ein schneller Beschluss gilt laut Bericht kaum noch als wahrscheinlich. Für PPA-Vorhaben und Eigenverbrauchsprojekte bleibt die Förderung ab 2027 damit unsicher.
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| CO₂-Preis |
5 Min. Lesezeit |
Der nationale CO₂-Preis für Brenn- und Kraftstoffe soll 2027 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne bleiben, weil der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr erst 2028 startet. Der maximale Gebotsanteil je Teilnehmer und Auktion sinkt zudem von 50 auf 20 Prozent. Der BDEW forderte, die für 2026 zusätzlich benötigten 40 Millionen Zertifikate nicht von der Auktionsmenge 2027 abzuziehen. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft beziffert die Lücke im Klima- und Transformationsfonds für 2027 auf rund 4 Milliarden Euro. Unternehmen können für ihre Brennstoffkosten 2027 damit vorerst mit dem bekannten Preisrahmen planen.
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| Verpackung |
2 Min. Lesezeit |
Die Kommission hatte vorgeschlagen, die Pflicht zur Benennung eines Bevollmächtigten in anderen EU-Staaten bei der erweiterten Herstellerverantwortung für alle Hersteller mit Sitz in der EU auszusetzen. Der ENVI-Ausschuss will die Ausnahme nur für Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und weniger als 10 Millionen Euro Jahresumsatz. Das Vorhaben ist Teil des Umwelt-Omnibus, der unter anderem PPWR und Batterieverordnung betrifft. Die Abstimmung im Plenum ist für Oktober geplant. Für mittlere und große Onlinehändler, die verpackte Waren grenzüberschreitend verkaufen, würde die Pflicht in dieser Fassung bestehen bleiben.
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| Compliance-Daten |
6 Min. Lesezeit |
Die EUDR gilt für große und mittlere Unternehmen ab dem 30. Dezember 2026, für Kleinst- und Kleinunternehmen ab dem 30. Juni 2027. In einer vorläufigen IW-Umfrage für die IHK Düsseldorf lagen nur 17 Prozent der befragten KMU Geodaten ihrer Lieferanten vor. Der Beitrag empfiehlt, Stammdaten wie Zolltarifnummern und Mengen einmal zentral zu pflegen und die EORI-Nummer als gemeinsamen Schlüssel zu nutzen. Die drei Regelwerke sollten aber in getrennten Modulen mit eigenen Freigabewegen laufen, Lieferanten sollen gezielte Einzelabfragen erhalten.
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Wissenschaft & Green Innovation |
| Flächenplanung |
4 Min. Lesezeit |
Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung hat das kostenlose Webtool „EE-Standortfinder“ gemeinsam mit dem RIFS Potsdam entwickelt, gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium. Windstandorte werden nach 54 Kriterien bewertet, darunter das Kollisionsrisiko für geschützte Greifvogelarten wie den Rotmilan. Für Freiflächen-Photovoltaik sind es 42 Kriterien, etwa das landwirtschaftliche Ertragspotenzial der Böden. Die Ergebnisse erscheinen in einer Ampelskala, dazu kommen Schätzungen zu Erträgen und kommunalen Einnahmen. Projektentwickler und Kommunen können damit Flächen früh auf Konflikte mit dem Naturschutz prüfen.
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Forschende mehrerer chinesischer Universitäten kombinieren ein Graphen-Aerogel mit einer metallorganischen Gerüststruktur auf Titanbasis. Unter UV-Licht entstehen dabei reduzierende und oxidierende Spezies, die die stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen angreifen. Nach zwölf Stunden waren 90,2 Prozent der PFOA defluoriert, bei PFHxA 65,3 Prozent und bei PFBA 51,8 Prozent. Das Verfahren steht noch im Labormaßstab. Für Wasserversorger und Industrie, die PFAS aus Abwässern entfernen müssen, ist es ein möglicher Ansatz, die Stoffe nach der Abtrennung auch abzubauen.
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| Wasserstoff |
2 Min. Lesezeit |
In drei Jahren flossen 16,4 Millionen Euro in eine Verdichtungs- und Reinigungsanlage sowie fünf Wasserstofftanks, 4,5 Millionen davon aus Fördermitteln. Der PEM-Elektrolyseur läuft seit 2019 und hat bisher fast 2.000 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugt. Ab Ende 2027 soll er über eine rund einen Kilometer lange Leitung die Demonstrationsanlage HY4Smelt versorgen. Die Erzeugungskosten liegen bei etwa 7 bis 9 Euro je Kilogramm, deutlich über den einst erwarteten 2 bis 3 Euro. Für Stahlabnehmer zeigt das, mit welchen Kosten wasserstoffbasierte Verfahren derzeit kalkulieren müssen.
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Laut Climate Reanalyzer der University of Maine lag der Wert am 5. Oktober 3,39 Grad über dem Mittel von 1991 bis 2020, so hoch wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1950. Helge Gößling vom Alfred-Wegener-Institut verweist darauf, dass die starken El Niños von 1997 und 2015 zur gleichen Jahreszeit mehr als ein Grad kühler waren. Die WMO erwartet den Höhepunkt im Dezember und ein Anhalten bis Februar 2027. Erhöhte Dürregefahr besteht unter anderem in Südostasien und im südlichen Afrika. Für Agrarrohstoffe wie Palmöl und Kakao steigen damit die Ernte- und Preisrisiken.
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| Biodiversität |
3 Min. Lesezeit |
Die in PNAS veröffentlichte Studie vergleicht mit einem globalen Vegetationsmodell artenreiches und artenarmes Grasland. Ohne Vielfalt sinkt die CO₂-Aufnahme bis 2050 global um rund 15 Prozent, regional um bis zu 50 Prozent. In tropischen und subtropischen Regionen könnte sich die Aufnahme halbieren. Daten lieferte unter anderem das Langzeitprojekt „Ökoeffiziente Weidemilcherzeugung Lindhof“ der Universität Kiel. Für Milch- und Fleischlieferketten sowie Projekte, die mit Bodenkohlenstoff werben, ist die Artenvielfalt der Weideflächen damit ein Faktor für die Klimabilanz.
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| Klimaszenarien |
5 Min. Lesezeit |
Die Klimaszenarien CH2025 von MeteoSchweiz und ETH Zürich rechnen mit globalen Erwärmungen von 1,5, 2 und 3 Grad. Bei 3 Grad global könnte sich die Schweiz um bis zu 4,9 Grad erwärmen. Neue Forschung von ETH und Universität Leipzig auf Basis von Satellitendaten zum Energieungleichgewicht der Erde legt nahe, dass die Erwärmung ohne drastische Emissionssenkungen um 25 Prozent höher ausfallen könnte als angenommen. Im Sommer 2026 zählte Basel 58 Tage über 30 Grad. Für Klimarisikoanalysen nach ESRS E1 spricht das dafür, das Drei-Grad-Szenario als Basisfall zu prüfen.
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890 Megawatt stammen aus Leistungssteigerungen an elf Reaktorblöcken in Illinois, Pennsylvania und New Jersey, 2,7 Gigawatt aus bestehenden Anlagen im Netzgebiet PJM. Der Vertrag für die neue Leistung läuft 20 Jahre, die Lieferung aus dem Bestand 15 Jahre. Constellation investiert mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar in seine Kraftwerke, die erste zusätzliche Leistung soll bis 2028 bereitstehen. Der Strombedarf für KI führt damit zu sehr langen Lieferverträgen, was auch für PPA-Strategien und die Scope-2-Bilanzierung anderer Großverbraucher Maßstäbe setzt.
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EPA-Chef Lee Zeldin stellte die Lockerungen am 7. Oktober auf einer Konferenz des Öl- und Gasverbands von New Mexico vor. Betroffen sind die 2024 beschlossenen Methanregeln für die Öl- und Gasindustrie, die bis 2038 rund 58 Millionen Tonnen Methan vermeiden sollten. Das Programm, über das zertifizierte Dritte große Methanlecks melden können, soll entfallen, für Bohrlöcher mit geringer Förderung sollen Auflagen gelockert werden. New Mexico will an seinen eigenen Methanregeln festhalten. Für europäische Importeure von US-Gas, die nach der EU-Methanverordnung Nachweise brauchen, wird die Datenlage damit schwieriger.
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| Lateinamerika |
3 Min. Lesezeit |
Die Operation „Madre Tierra VIII“ lief im Juni und Juli in neun Ländern von Mexiko bis Kolumbien. Die Ermittler identifizierten rund 60.000 Hektar illegal gerodeten Wald. In Kolumbien stehen elf ausländische Unternehmen im Verdacht, an der Rodung von mehr als 52.000 Hektar geschütztem Amazonaswald beteiligt zu sein. In Costa Rica wurden rund 4,6 Tonnen Zyanid und elf Behälter Quecksilber für die Goldgewinnung beschlagnahmt. Für Unternehmen mit Gold- oder Holzlieferketten zeigt der Fall, dass die Ermittlungen zunehmend auch Firmennetzwerke erfassen, was für EUDR-Sorgfaltsprüfungen relevant ist.
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| Klimagerechtigkeit |
12 Min. Lesezeit |
Das Programm „Tuki Wasi“ hat in den Anden rund 35.000 Haushalte mit verbesserten Kochherden ausgestattet und läuft unter Artikel 6.2 des Pariser Abkommens. Eine Auswertung von 2023 ergab gut 500.000 Tonnen eingesparte Emissionen, etwa zwei Drittel des Ziels von 750.000 Tonnen bis 2030. Die Schweiz will bis 2030 rund 34 Millionen Tonnen CO₂ im Ausland kompensieren, bisher wurden weniger als 100.000 Zertifikate übertragen. Eine Studie von 2024 kam zu dem Ergebnis, dass die beteiligten Familien nicht ausreichend darüber informiert wurden, welche Umweltleistungen sie abtreten. Für Unternehmen mit Kompensationsclaims rückt damit die soziale Integrität von Zertifikaten in den Blick.
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| Arbeitsrechte |
3 Min. Lesezeit |
Der Brief richtet sich an António Costa und Ursula von der Leyen vor dem EU-Golf-Gipfel am 24. Oktober in Riad. HRW wirft den Golfstaaten vor, Millionen Arbeitsmigranten nicht vor schweren Missbräuchen zu schützen, auch der Schutz vor extremer Hitze bei der Arbeit sei unzureichend. In Saudi-Arabien, Gastgeber der Fußball-WM 2034, kämen Missstände in allen Branchen vor, teils möglicherweise Zwangsarbeit. Gefordert wird, Handelsabkommen an die Ratifizierung der ILO-Kernarbeitsnormen zu knüpfen. Für Unternehmen mit Bau- oder Logistikaufträgen in der Region betrifft das die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht.
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| Loss & Damage |
8 Min. Lesezeit |
Ein Fels- und Eissturz am Langtang Lirung löste am 26. August eine Sturzflut aus. Die Bilanz liegt inzwischen bei 1.455 Toten, rund 84.000 Menschen in sechs Distrikten sind betroffen. Die Regierung hat die Suche beendet, eine Gesetzesänderung soll es Angehörigen ermöglichen, Vermisste für tot erklären zu lassen, um Entschädigungen und Erbschaften zu regeln. Deutschland hat 8 Millionen Euro zugesagt, der Wiederaufbau wird Milliarden kosten. Der Glaziologe Rijan Bhakta Kayastha zählt 47 potenziell gefährliche Gletscherseen in Nepal, Tibet und Indien.
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🔍 Deep Dive – Freitagsanalyse
EU-Emissionshandel: Kostenlose Zertifikate ab 2031 nur noch gegen Investitionspläne?
15 Industrie- und Wirtschaftsverbände haben sich an Umweltminister Carsten Schneider, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und das Kanzleramt gewandt. Initiiert hat den Brief der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), unterzeichnet haben unter anderem DIHK, VCI, en2x und Aluminium Deutschland. Der VCI veröffentlichte ihn am 5. Oktober. Die Verbände fordern, die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten im EU-Emissionshandel nicht mit zusätzlichen Bedingungen zu verknüpfen. Am 12. Oktober beraten die EU-Umweltministerinnen und -minister in Luxemburg erstmals politisch über die Reform.
Der Vorschlag der Kommission vom Juli sieht vor, dass Anlagenbetreiber ab der Zuteilungsperiode 2031 nur dann kostenlose Zertifikate erhalten, wenn sie einen unabhängig verifizierten Plan für Investitionen in die Dekarbonisierung in der EU vorlegen und umsetzen. Nach Genehmigung des Plans werden jährlich 80 Prozent der Zertifikate ausgegeben. Die übrigen 20 Prozent folgen am Ende der Periode, wenn Umsetzung und deutliche Emissionsminderungen nachgewiesen sind. Vorbild ist eine Regel, die für Fernwärme bereits gilt. Der lineare Reduktionsfaktor soll von 2031 bis 2035 bei 3,7 Prozent und von 2036 bis 2040 bei 1,7 Prozent liegen.
Die Verbände halten den Ansatz für verfehlt. „Die Annahme, dass der Gegenwert der kostenlosen Zuteilung als Finanzierungsquelle für Transformationsinvestitionen dienen kann, ist falsch“, heißt es im Brief. Die Zuteilung gleiche Wettbewerbsnachteile gegenüber Standorten außerhalb Europas aus, zusätzliches Geld erhielten die Unternehmen dadurch nicht. Die anlagenbezogenen Pläne verursachten zudem erheblichen Verwaltungsaufwand. Weil die überarbeitete Richtlinie voraussichtlich erst Anfang 2028 in Kraft trete, seien Investitionen für die Jahre 2031 bis 2035 kaum verlässlich planbar. Außerdem fehlten Voraussetzungen wie Netze, CO₂- und Wasserstoffleitungen sowie Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen.
In der Wissenschaft fällt das Urteil anders aus. Der Hamburger Ökonom Grischa Perino argumentierte in einer Einschätzung für das Science Media Center, bei unveränderter Gesamtmenge an Emissionsrechten seien kostenlose Zuteilungen „nichts anderes als Geldgeschenke, wie sie in der Industriepolitik üblich sind“. Sebastian Rausch vom ZEW sagte: „Der Industrie verschafft die Reform kurzfristig Entlastung, dauerhaft wettbewerbsfähiger wird sie dadurch jedoch kaum.“ Ulrich Wagner von der Universität Mannheim verwies auf Studien, wonach der Emissionshandel Umsatz und Beschäftigung in der Industrie bisher nicht beeinträchtigt hat.
Für Unternehmen, die heute kostenlose Zertifikate erhalten, würde die Reform einen Plan je Anlage mit externer Prüfung bedeuten, und ein Fünftel der Zuteilung hängt am nachgewiesenen Ergebnis. Wer einen Transitionsplan nach ESRS E1 aufstellt, kann dessen Investitionsplanung bereits jetzt mit den absehbaren Anforderungen abgleichen. Parlament und Rat sollen ihre Positionen bis Ende 2026 festlegen, die Trilogverhandlungen sind ab Januar 2027 geplant. Offen ist, ob die Bindung an Investitionspläne diese Verhandlungen in der vorgeschlagenen Form übersteht.
Quellen: Handelsblatt, 5. Oktober 2026 | VCI, 5. Oktober 2026 | Science Media Center, 17. Juli 2026 | Latham & Watkins, 30. Juli 2026 | BMUKN
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